Athaba…..

 

Athaba
Die Geschichte eines spanischen Husky

Bernd Langer

Es geschieht von ganz allein. Der Wunsch nach einem weiteren Husky wird geboren. Wir überlegten die Anschaffung des 2ten Husky. Mit wenig Ahnung, einer guten Portion Naivität und mit einem ordentlichen Schuss Blauäugigkeit sahen wir uns auf den Webseiten der sogenannten Nothilfen um.
Wir beschlossen einen dieser Hunde bei uns aufzunehmen. – ATHABA -
Zu Beginn waren wir doch recht angetan von unserem Tun, denn die Gespräche und das Handeln dieser Leute versprach Seriösität in allen Belangen.
Der Tag kam an dem Athaba bei uns einzog. Er war gerade einmal 6 Monate alt und ziemlich lebendig. So sollte es ja auch sein.
Die Freude sollte jedoch nicht lange andauern. Wir liessen Athaba auf Grund der Anwesenheit unserer Hündin mit knapp 9 Monaten kastrieren. Die OP überstand er zwar völlig problemlos, jedoch fing seine Haut kurz darauf an zu schuppen. Arglos wie wir waren, versuchten wir diesen Zustand durch Futteränderung zu beheben. Aber……Fehlanzeige. Das Schuppen wurde schlimmer und schlimmer. Dort wo er lag sah es aus als hätte man Haferflocken verschüttet. Dazu gesellte sich noch eine Schwellung im Kopfbereich und ein Lahmen beim Laufen. Ab zum Tierarzt.

Seine erste Frage galt seiner Herkunft. Als der Tierarzt hörte das Athaba ein Spanier ist, sage er sofort es sei Leishmaniose. Es wurden Blutbilder erstellt und Titer bestimmt. Der Verdacht erhärtete sich. Athaba trug nicht nur den Erreger in sich, sondern war bereits erkrankt. Parallel quälte in auch noch eine Borreliose/Babesiose/Ehrlichiose.
Na toll, das waren ja dann mal Aussichten. Der Tierarzt besorgte Medikamente aus Frankreich um die Borreliose/Babesiose/Ehrlichiose zu bekämpfen, aber gegen die Leishmaniose war er machtlos.
Die einzige Aussage der Vermittlungsstelle von der wir Athaba übernommen haben war; "ach das tut uns Leid".
Da wir Athaba nun um jeden Preis helfen wollten, sind wir auf Prof. Eibl aufmerksam geworden. Dieser Professor forschte an einem Medikament gegen diese Leishmaniose. Während eines Telefonates machte er uns Hoffnung. Athaba wurde Probant und bekam dieses Mittel verabreicht. Es war nicht zu fassen. Es schien zu helfen. Das Schuppen hörte auf, die bereits eingetretenen offenen Hautwunden verheilten, die Ödeme an seinem Körper gingen zurück, das Fell begann zu wachsen, er hinkte nicht mehr und sein Gewicht wurde zusehends mehr. Sollte das Leiden tatsächlich zu Ende sein?

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Wir hatten neuen Mut und begannen, mitlerweile mit mehr Erfahrung ausgestattet, Athaba ein Leben eines Schlittenhundes zu ermöglichen. Wir spannten ihn neben unserer Hündin vor den Roller und liessen ihn im Winter vor dem Schlitten arbeiten. Langsam aber sicher wurde Athaba kräftiger und hatte Spass an der Arbeit. Die Welt schien wieder in Ordnung zu sein.

Athaba

Oder vielleicht doch nicht?
Es war nahezu genau ein Jahr vergangen. Athaba´s Probleme fingen wieder von vorne an. Alle seine Beschwerden kamen zurück. Nur diesmal wesentlich rasanter. Auch eine erneute Kur mit dem Medikament des Prof. Eibl half, selbst in höherer Dosierung, nicht mehr. Ein befreundeter Arzt klärte uns in langen Gesprächen darüber auf, wie solche Erreger und die damit zusammenhängende Erkrankung auf einen Körper wirkt. Nämlich in Schüben und jeder neue Schub wird heftiger.
Athaba´s Zustand wurde von Woche zu Woche dramatischer. Als selbst immunstimmulierende Mittel und weitere medikamente nicht anschlugen, kamen an den Punkt wo eine Entscheidung getroffen werden musste. Da wir diese Entscheidung nicht leichtfertig treffen wollten, berieten wir uns nochmals mit unserem Tierarzt. Danach war es uns endgültig klar gerworden. Der Kampf war verloren. Es gab nichts was Athaba hätte helfen oder gar retten können.
Wir liessen Athaba im Alter von gerade einmal 3 1/2 Jahren über die Regenbogenbrücke gehen. Es war für ihn mehr als eine Erlösung.

Aus dieser Geschichte haben wir ein Fazit gezogen.
Es gibt definitiv keine Hilfe und kein Medikament gegen die Leishmaniose! Der Befall eines Hundes aus mediterranen Ländern ist sehr wahrscheinlich! Diese Vermittlungsstellen wissen sicherlich über diesen Zustand, lassen aber Übernahmeinteressenten im Unklaren über die Probleme die entstehen können. Frei dem Motto; "Wer nicht fragt der bekommt auch keine Informationen". Es wird mit Ergebnissen sogenannter Schnelltests dem Interessenten suggeriert das der Hund gesund ist. Schnelltests haben allerdings keinerlei Aussagekraft!
Es ist keine Lösung der Probleme in diesen Ländern, wenn alle diese Hunde nach Deutschland verfrachtet werden. Das Leid der Tiere wird nur verlängert. Hier muss man andere Wege finden. Regelt etwa hier das Geschäft den Markt??

Wenn dann schon von "Geschäft" die Rede ist, dann sollte man vielleicht auch mal folgendes überdenken.
Rechnet man jetzt zu der "Schutzgebühr" noch die anfallenden Tierarztkosten, so bekommt man einen leistungsfähigen, gesunden und sozialisierten Hund von einem der leistungsorientierten VDH/FCI Züchter preiswerter.

Athaba hat uns ein Stück auf unserem Weg begleitet. Wir haben, vielleicht auch durch Ihn, gelernt und begriffen.

Bernd u. Petra Langer